Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 31. Juli 2011 um 18:20 Uhr
Obstwiesenfest 2011
Geschrieben von: Joachim Konrad
Sonntag, den 31. Juli 2011 um 18:05 Uhr
„Probiera mechtat i des scho amol.“ Vorsichtig ergreift der schon etwas steife, 85 Jahre alte Bauer den Bogen, sucht den Handgriff und das Oben und Unten. Früher als Bub habe er sich auch einen Bogen aus einem Haselnussstecken gebaut und die Pfeile selbst geschnitzt. Jetzt sieht alles aber anders aus. Zunächst muss der Pfeil richtig eingespannt werden, die beiden gleichfarbigen Federn gehören auf die Innenseite, das Pfeilende wird unterhalb des Nockpunktes auf die Sehne geschoben. Dann die ordnungsgemäße Haltung parallel zur Schussrichtung. Der Arm, der den Bogen hält, wird durchgestreckt und dann die Sehne mit der anderen Hand gespannt bis zur Nasenspitze. 20 cm fehlen noch, also weiter ziehen, noch weiter. Das geht aber schwer! Die Arme beginnen zu zittern. Nochmals, neu von vorne beginnen! Ruhig und kraftvoll die Sehne durchziehen, das Ziel ins Auge fassen und dann: Schuss!
Es war ein wunderbarer Nachmittag beim Obstlerfest am Samstag, Kachelmann hatte sein bestes Wetter geschickt, aufgeregtes Hühnergegacker, Eselgebrüll, Blasmusik, leckeres Essen und rege Unterhaltung sorgten für eine tolle Stimmung. Groß war der Andrang am Stand der Bogenschützen. Interessierten bot sich die Möglichkeit, mal eine etwas andere Sportart auszuprobieren. Kinder ab 8 Jahren und Jugendliche standen Schlange, die Damen versuchten sich, manche Herren kamen auch später, nachdem sie bereits etwas Zielwasser getrunken hatten. Unter der Leitung von Günter Berger bauten unsere Schützen Marcus Fiedler, Sabine Hanika, Stefan Rüdiger, Friedrich Sackmann, Tobias Schwarz und Wiest Gerhard einen Schießstand mit 3 Scheiben auf. Viele Probeschützen zeigten eine natürliche Begabung, sie trafen mit allen Pfeilen die Scheibe, oft auch „ins Schwarze“, das wegen der besseren Sichtbarkeit gelb ist. Etwas Übung erforderte das Spannen der Bögen, da die Wurfarme ein Zuggewicht von 18 bis 26 lbs [amer. Poundz] hatten. Die Meditationsphase, die Ruhe vor dem Schuss, die absolute Konzentration auf das Ziel, wurde dann manchmal vom Tremor der Arme in der Anspannung überlagert.
Die Einweisung ins Bogenschießen und die Probeschüsse waren kostenlos, aber am Ende war das Spendenschwein gut gefüllt mit 75 €, die als Anzahlung zum Anschaffen eines Jugendbogens verwendet werden. Herzlichen Dank an die Spender!
Fazit: Es war ein herrliches Gemeinschaftserlebnis, das allen einen Mordsspaß gemacht hat!
Sie können gerne unverbindlich und kostenlos zu den Übungszeiten auf dem Sportplatz in Pfaffenhofen am Bogenschießen teilnehmen:
Sonntag von 9:30 Uhr bis 11:30 Uhr Mittwoch von 17 Uhr bis 19:30 Uhr